Verband der Sportboot- und Schiffbau-Sachverständigen

Bootspflege in der Nachsaison - Tipps zu Pflege und Unterhalt

Die Saison 2009 neigt sich schon wieder dem Ende entgegen. Wenn schon der Sommer in diesem Jahr vielerorts ausgeblieben ist, sollte das zumindest bei der Bootspflege nicht der Fall sein. Gerade durch die saisonale Nutzung von Sportbooten kommt der Begutachtung und Instandsetzung einiger Systeme an Bord eine besondere Bedeutung zu. Diese werden im Sommerhalbjahr hoch frequentiert teilweise aber nur wenig gewartet. Im Winter stehen hingegen lange Standzeiten und häufig starke Witterungseinflüsse auf dem Programm. Zum Saisonende kann man hier mit relativ wenig Aufwand Abnutzungserscheinungen und Schäden erkennen, rechtzeitig beheben oder bereits entsprechende Maßnahmen für das Winterhalbjahr einleiten.

Besonders der Antriebsmaschine mit ihren Nebenaggregaten und dem Kraftstoffsystem, sollte eine gewisse Aufmerksamkeit zukommen. Unabhängig davon ob es sich um einen Flautenschieber oder um eine High Performance Maschinenanlage mit einigen hundert Pferdestärken handelt, gibt es einige Bereiche, deren Kontrolle durchaus sinnvoll ist.

Ein Blick in den Maschinenraum offenbart hier schnell das Vorhandensein möglicher Leckagen. Gerade bei älteren Wellenanlagen mit konventioneller Dichtung, kann ein Nachziehen der Stopfbuchse, oder auch ein Austausch der „Packungen“ nötig sein. Eine trockene Motorbilge ist in diesem Zusammenhang kein Luxus, sondern eher ein Sicherheitsaspekt.

Auch der Kühlkreislauf sollte auf den Prüfstand. Haben alle Schlauchschellen noch einen festen Sitz? Sind die Wärmetauscher dicht und in welchem Zustand befindet sich der/die Impeller? Gerade auch vor dem Hintergrund des Einwinterns sollte bei Zweikreiskühlungen der Frostschutz nicht vergessen werden.
Besonders bei Einsatz im Salzwasser sollten bei Wärmetauschern der Zustand der „Zinkmäuse“ kontrolliert werden. Diese Arbeit kann unter Umständen die Zuhilfenahme von Fachkräften erfordern.

Weitere visuelle Inspektionen durch den Eigner sollten die Nebenaggregate sowie das Auspuffsystem erfahren. Auch hier ist auf festen Sitz aller Befestigungselemente, Riemenspannung sowie auf das Vorhandensein möglicher Leckagen zu achten.
Gerade bei metallischen Kraftstofftanks kann ein vollständiges Befüllen vor dem Einwintern die Bildung von Kondenswasser im Tank vermindern.

Bei Segelyachten sollte neben der eigentlichen Hilfsmaschine auch der eigentliche Antrieb, das Rigg kontrolliert werden. Schadhafte Stellen am Segeltuch selbst fallen in der Regel schon während der Saison auf. Die zunehmend komplexere Technik an Masten und Rollanlagen verlangt aber dennoch eine gewisse Aufmerksamkeit. Kommen hierbei sogar hydraulische Systeme zum Einsatz ist eine regelmäßige Wartung unerlässlich. Die gerissene Kontrollleine einer konventionellen Rollanlage lässt sich gegebenenfalls noch mit Bordmitteln reparieren, ein Hydrauliksystem in der Regel nicht mehr. Vorsorge und Wartung ist in diesem Zusammenhang grundsätzlich die bessere Wahl.

Unzulänglichkeiten oder gar Schäden an stehendem Gut werden vielfach toleriert, ignoriert oder einfach nicht wahrgenommen, da die Funktion schlicht vorausgesetzt wird. Es empfiehlt sich dennoch eine Kontrolle, vor allem auch wenn das Rigg im Winter stehen belieben soll. Wie ist der Zustand der Wantenspanner und deren Sicherungen. Gibt es „Kinken“ oder gar „Fleischhaken“ an den Drähten? Gibt es Spaltkorrosion an den Bolzen?
Rod- und PBO-Wanten machen eine Beurteilung schwerer. Im Zweifel sollte grundsätzlich professioneller Rat eingeholt werden. Versagen primäre Bauteile am Rigg kommt es nicht selten zu einem Totalausfall, der sich im Vorfeld hätte vermeiden lassen können.

Generell gilt, sobald Unsicherheit bei der Begutachtung und Beurteilung einzelner Systeme herrscht, sollte man auf die Hilfe eines Fachmannes vertrauen. Der Verband der Sportboot- und Schiffbau-Sachverständigen e.V. (VBS) kann hierbei entscheidende Hilfestellung geben.

 

Weitere Tipps

Stopfbuchse: Sobald Wasser in der Bilge steht, ist Kondensation und Feuchtigkeit
im Schiff in der Winterzeit sicher. Sorgen Sie dafür, dass das Schiff an der Innenseite trocken ist.

Der Frostschutz soll alle 2-3 Jahren erneuert werden, selbst wenn der
Temperaturschutz noch in Ordnung ist, da sonst die Anti-Korrosionseigenschaften
schlechter werden.

Zinkmause und die Innenseite des Warmetäuschers auf Verschmutzung kontrollieren.

Bei einem Kraftstofftank, falls vorhanden, das Sammelteil an der Unterseite
ablaufen lassen, damit sich durch Wasser und Schmutz kein Nährboden für Bakterien bildet.

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