VERBAND DER SPORTBOOT- UND SCHIFFBAU-SACHVERSTÄNDIGEN

Praxisreiches Holzbootsbauseminar in Peenemünde

Qualitätssicherung von Bootssachverständigen – das hat sich der Verband der Sportboot- und Schiffbau-Sachverständigen e.V. (VBS), seit seiner Gründung im Jahre 2005, zum wichtigsten Ziel gemacht. Dieses wird vor allem durch das im letzten Jahr entwickelte und in der Satzung verankerte Qualitätsanforderungsprofil des Verbandes verwirklicht. Weiterer signifikanter Bestandteil der Qualitätsoffensive sind die verbandseigenen Fachseminare für Sachverständige.

Das letzte VBS-Frühjahrsseminar, welches vom 04. - 05. April 2008 in Peenemünde stattgefunden hat, behandelte als zentrales Thema „Holzbootsbau“ . Das Seminar hätte kaum praxisbezogener sein können, als in einer richtigen Holzwerkstatt die nebenbei als Bootsbau- und Taklerschule fungiert. Auf dem angrenzenden Freigelände konnten darüber hinaus beschädigte Holzboote begutachtet werden. Im Mittelpunkt des Seminars stand die Erörterung von Schadensursachen und Vorführung von Reparaturmethoden.

Darüber hinaus wurden u. a. folgende wichtige Themen abgehandelt:

  • Präsentation verschiedener Holzbootsbaumethoden (Karweelbau, Klinkerbau etc.)
  • Vorstellung verschiedener tropischer Hölzer und deren heimische Alternativen für den Bootsbau
  • Möglichkeiten der Schadenserkennung durch Besichtigung, Abklopfen, Messungen, Bohrkernbegutachtung etc.
  • Vorführung verschiedener Verarbeitungsmaterialien (Leime, Kleber, Lacke, Öle etc.)


Die Seminarteilnehmer waren zur intensiveren Betreuung in zwei Arbeitsgruppen aufgeteilt. Dabei wechselten sie an beiden Seminartagen zwischen Fachvorträgen, der drei Bootsbaumeister bzw. einer Bootsbaugesellin und praktischen Übungen sowie Vorführungen an den bereitgestellten Objekten.

Bootsbaumeisterin Ursula Latus (Boot-Workshop), die jahrelange Erfahrung im Bootsbau hat und auch selbst Nachwuchs-Bootsbauer ausbildet, stellte den Teilnehmern die gängigsten Bootsbaumethoden und Holzarten vor. Hierbei wurde unter anderem die Biegsamkeit des Holzes und Haftung der Kleber vor Ort getestet. Weiterhin gab es ausführliche Informationen zur Lagerung, Schädlingsbefall und Verarbeitungsmethoden der diversen Holzarten. Bootsbaumeister Detlev Löll (Detlev Loell and Partner), demonstrierte an den bereitstehenden Booten unterschiedliche Schäden und erklärte, wie es dazu gekommen sein könnte und wie diese aus Sicht eines Gutachters zu bewerten seien.

Damit die Anwesenden auch einen Eindruck von einem traditionellen Holzboot bekommen konnten, durfte eine kurze Ausfahrt auf einer Dschunke zur Bootswerft Weiß und somit zum nächsten Vortragsort, nicht fehlen. Bootsbaumeister Daniel Weiß (Bootsbau Weiß) erklärte hier unter anderem den Aufbau des traditionellen chinesischen Dschunkensegels. Auf dem Werftgelände wurden die Teilnehmer von Herrn Weiß und Frau Urland durch die Werkstatt geführt. Der Betrieb „Bootsbau Weiß“ zeichnet sich vor allem durch den hohen Anteil an Handarbeit aus. Die Teilnehmer bekamen die jeweiligen Geräte demonstriert und durften auch selbst aktiv werden. Auf dem Gelände lagerten zudem viele Holzstämme, die für die Fertigung benötigt werden und im eigenen Ofen zur Verarbeitung erhitzt werden.

Genügend Zeit für den Informationsaustausch unter Kollegen gaben das Abendessen im Restaurant Veermaster, gelegen im Hafen von Karlshagen sowie der gemeinsame Grillabend am 2. Seminartag auf dem Gelände der Bootsbau- und Taklerschule.

Nach zwei lehrreichen Seminartagen folgte für die Mitglieder des Verbandes die Jahreshauptversammlung. Dort wurde u. a. über die letzten Feinheiten des Qualitätsanforderungsprofils entschieden und kommende Projekte für das zweite Halbjahr 2008 beschlossen. Ferner wurde der Schatzmeister Theo v. Rijswijk bei der Wahl in seinem Amt bestätigt und tritt somit seine 2. Amtsperiode an.

Weitere Informationen zur Qualitätsoffensive des Verbandes sowie zum gesamten Qualitätsanforderungsprofil erhalten Sie von der Geschäftsstelle in Köln unter Tel.: 0221 – 59 57 112 oder unter www.vbsev.de

Ansprechpartnerin:
Frau Eva Michalski
Gunther-Plüschow-Str. 8
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Tel: 0221 – 59 57 112
Fax: 0221 – 59 57 110
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